Der Verein wurde am 19.03.1922 in der Wirtschaft Roos als Turnverein Lappentascherhof gegründet. Als 1. Vorstand war Paul Grub, der den Verein vorläufig als Abteilung des Turnvereins Altstadt führte. Die sportliche Leitung übernahm der Turnwart des TV Altstadt, die geschäftlichen Sachen oblagen dem Turnverein Lappentascherhof. Die ersten Turngeräte wurden mittels Spenden und Darlehen der Vereinsmitglieder angeschafft. Von Mitte 1924 bis Ende 1926 ruhte die Vereinstätigkeit. Am 30.01.1927 wurde der Verein als von Altstadt in aller Hinsicht unabhängiger Turnverein Lappentascherhof gegründet. Im Oktober 1927 arbeitete man an einer Lösung der Platzfrage. Es wurde ein Grundstück in Erbach – Besitzer Herr Klöhs - vorgeschlagen, doch nie realisiert. Am 13.03.1929 wurden die Vereinsmitglieder Roos und Grub beauftragt mit dem Eisenbahnoberamtmann Handorn zwecks Mietung des Turnplatzes an der Bahn am Zunderbaum zu verhandeln. Das Gesuch wurde von der Eisenbahndirektion Saarbrücken jedoch abgelehnt. Nach langem Hin und Her beschloss man am 22.08.1931, Grundstücke von den Herren Baus, Schwitzgebel und Hussong zu kaufen. Deren Einverständnis wurde am 04.09.1931 schriftlich eingeholt und am 04.03.1932 wurden die notariellen Kaufverträge gemacht.

In der Sitzung am 19.03.1932 wurde wieder die Platzfrage behandelt und es wurde beschlossen, die Aktkosten den Verkäufern aufzubürden. Im Juli beschloss man, die Platzanteilscheine zu verkaufen, um die Zinsen und sonstige Kosten zu finanzieren. Am 05.03.1933 wurden laut Liste 50 Anteilsscheine zum Verkauf ausgegeben, die erst nach 5 Jahren auf Verlangen zurückzuzahlen waren. Die Geldgeber verzichteten allesamt auf die Rückzahlung und der Verein war somit Eigentümer des Platzes. Doch damit nicht genug. Der Platz musste eingeebnet werden und auf Antrag von Hussong Walter wurden die umfangreichen Arbeitsleistungen der einzelnen Beteiligten aufgezeichnet. In der Sitzung vom 23.12.1933 ist übermittelt: "Der 1. Vorsitzende gab bekannt, daß 1934 die Götzwanderung unserem Verein übertragen worden ist und bittet alle sich an der Arbeit zu beteiligen, damit der Platz bis dahin fertiggestellt ist."

Am 06.10.1929 wurde ein einstimmiger Beschluss gefasst, den Verein gerichtlich eintragen zu lassen. Diese Eintragung erfolgt dann am 22.03.1930. Doch im Jahr 1933 hielt leider auch in den Vereinen die Nazizeit Einzug. Es wurde kein "Vorstand" sondern ein "Führer" gewählt und die Versammlungen werden mit einem "Gut Heil Hitler" beendet. In der Sitzung am 13.05.1933 wurde einstimmig die Gründung einer Schützenabteilung beschlossen. Dies wurde vom Bezirksamt Homburg im Januar 1934 genehmigt, aber wohl nie umgesetzt. Die Teilnahme an Turnfesten spielte in all den Jahren eine wichtige Rolle. Dabei standen Schauturnen, Kreisturnen, Jugendturnen etc. im Vordergrund. Bereits in den frühen Jahren unserer Vereinsgeschichte wurde neben dem Sport auch das vergnügliche Zusammentreffen groß geschrieben. Zitat aus dem Protokoll vom 27.01.1927: "Der Antrag einen Maskenball abzuhalten wurde gutgeheißen. Dazu wurde ein Vergnügungsausschuss gebildet." Auch in den folgenden Jahren fanden immer wieder Bälle, Feiern, Theateraufführungen und Fahrten statt. Die letzte Versammlung fand am 06.12.1936 statt. Während der Dauer der Kriegszeit ruhte das Vereinsleben. Am 22.09.46 wurde bei der Militärregierung um Genehmigung zur Gründungsversammlung des Turn- und Sportverein Lappentascherhof nachgesucht. Die Versammlung wurde für den 05.10.46 genehmigt und entsprechend der nachfolgenden Niederschrift durchgeführt. Eine Aufnahme des Sportbetriebes ist nicht sofort möglich, da der Platz während des Krieges von einer Heeresbrieftaubenstelle belegt war und die verlassene Baracke von einer Fam. Agne bewohnt wird, die ohne Genehmigung des Vereins dort eingezogen ist. Wie aus dem Protokoll vom 15.02.1947 hervorgeht, arbeitete man vehement daran, den Sportbetrieb wieder aufzunehmen. Der Sportbetrieb hatte naturgemäß sehr unter der Ermangelung eines geeigneten Sportplatzes zu leiden. Es konnten Fußballtrainingsspiele bei günstigem Wetter nur in den Wiesen durchgeführt werden. Die Tischtennisabende wiesen einen regen Besuch auf und es sind auch beachtliche Ergebnisse erzielt worden".... Und weiter hieß es, nach Räumung des Tanzsaales kann mit Geräteturnen begonnen werden, sobald dies durch die Militärregierung genehmigt ist. Ab 1948 wurde die Sparte Fussball zum Schwerpunkt der Vereinstätigkeit und durch Spielerzugänge aus den benachbarten Wohngebieten Erbach und La Bretesche (Heimstätte) konnte der Verein an Verbandsspielen teilnehmen und in den Folgejahren einige Erfolge erzielen.

Nach den schlimmen Kriegszeiten wurde das Vereinsleben wieder groß geschrieben. So wurde im August 1950 erstmalig wieder ein Sportfest veranstaltet. Es wurden Feste gefeiert und 1951 eine Theatergruppe unter Leitung von Herrn Hirschmann gegründet. Im August 1952 wurde im Rahmen des Sportfestes ein 1. Stiftungsfest - 30 Jahre - gefeiert. Und nicht zu vergessen die Kerwe mit Umzügen, Kerwepfarrer und Kerwereden.

Auch die Arbeit im Verein steht nicht still. Immer wieder werden die Anlagen verbessert, erneuert oder erweitert. Immer noch konnte der geplante Sportplatzausbau mangels Finanzierung nicht realisiert werden. Daher wurde in der Versammlung am 26.07.1958 folgende Eingabe gemacht: E. Meier regte an, eine Resolution zu verfassen und dem Stadtrat zuzuleiten, um diesen zu veranlassen, das Projekt zu bezuschussen. Dieser Vorschlag wurde debattiert und mit Mehrheit angenommen. Die sodann verfasste Resolution kann wegen ihrer Größe nicht vollinhaltlich wiedergegeben werden. Sie befasste sich mit der Vorgeschichte des Platzausbaus, gab Hinweise über die Tätigkeit und Stärke des Vereins und erinnerte daran, dass wir der einzige Sportverein in Homburg sind, der von den stattlichen Summen, die in den letzten Jahren von der Stadt Homburg für die Unterstützung sportlicher Bauvorhaben ausgeschüttet worden sind, auch nicht einen Franken erhalten haben. Die in Aussicht genommene Verpflanzung in die Sandrennbahn wurde entschieden abgelehnt. 1960 wurde der Platz dann mit Hilfe von Geldern der Sportplanungskommission Homburg neu angelegt. Im Juni 1962 konnte ein Jubiläumssportfest -40 Jahre TuS- gefeiert werden. Zum diesem Anlass wurde eine Festschrift herausgebracht und es wurden beim Sportfest erstmals 2 Schweine ausgespielt. Am 07.02.1965 wurde beschlossen, mit dem Bau der Sporthalle zu beginnen, sobald das Wetter es erlaubt. Auch der Bau des Wasch- und Umkleidegebäudes nimmt Gestalt an. Protokoll 22.07.1967: "Bei einer Ortsbegehung wurde uns von der SPD- Stadtratsfraktion Unterstützung zugesagt, bei der Stadt eine finanzielle Unterstützung zu erhalten, um den Anschluss an die Versorgungsleitungen zu gewährleisten, was wohl auch die größte Schwierigkeit bei der Vollendung des Baues sein dürfte." Und im Protokoll vom 13.07.1968 liest man: "Der Verein konnte den Sportheimbau und die Energieversorgung dank der Unterstützung durch die Sportplanungskommission so gut wie schuldenfrei abschließen." Bis 1966 wurden die Sportfeste in einem großen Zelt gefeiert, das nach dem Bau des Sportheimes überflüssig war. Im Jahr 1971 wurden erstmals 2 Flutlichtlampen in Betrieb genommen und 1974 ein Geräteraum fertig gestellt, der bei Sportfesten auch als Verkaufsraum diente.

Seit Wiederaufnahme der Jugendarbeit ist der Kader der Jugendmannschaften ständig gewachsen, sodass der Verein in den 70-ziger Jahren auf A, B, C, D und E- Jugend blicken konnte. 1975 ist der Verein dadurch derart in räumliche Bedrängnis geraten, dass die Mitgliederversammlung beschlossen hat, das Sportheim zu erweitern. Die zu erwartenden Kosten in Höhe von 100.000 DM sollen u.a. über Zuschüsse des Stadtverbandes (50.000 DM) und Sportplanungskommission (30.000 DM) finanziert werden. Die Arbeiten begannen im August 1976 und der Anbau konnte endlich mit einer offiziellen Feier am 04.03.1978 eingeweiht werden. Als nächstes stand 1978 die Drainage des Sportplatzes an, deren Kosten dankenswerterweise von der Stadt Homburg übernommen wurden. 1978 wird dann der Grillpavillon, bekannt als "Martins- Klause" (nach Martin Bittes), errichtet und der Wurstverkaufstand erweitert. Ganz wichtig war 1978 der Anbau der Mehrzweckhalle, sodass es dem Verein möglich war, größere Veranstaltungen durchzuführen. Doch bei aller Arbeit wurde das Feiern auf dem Lappentasch nicht vergessen. Faschingsbälle, Theateraufführungen, Kerwe mit Kerwereden, Weihnachtsfeiern etc. Noch heute bekannt ist die Meisterschaftsfeier von 1980 mit vier Meistermannschaften. Selbst die Saarbrücker Zeitung schrieb damals "Gefeiert wie nie zuvor ". Während die " Rummelbumser" das Lied sangen "Mir han die Wuz geschlacht", wurde jedem Gast eine Schlachtplatte serviert und " Butler Martin" alias Heinrich Klassen überreichte dem 1. Vorsitzenden Baus Ludwig eine Litfaßsäule mit Sprüchen.

Auch die Rechtsvorschriften waren dem Wandel unterlegen, sodass am 15.01.1983 in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eine neue Satzung beschlossen werden musste. Diese hatte bis 2002 bestand. 1983 wurde die Flutlichtanlage um 2 Masten mit 4 Lampen ergänzt und das Dach des Anbaus erneuert. Außerdem war die Erneuerung der Spielfelddecke auf dem Platz fällig. Da hierzu die Finanzierung gesichert war, wurden die Arbeiten durch die Fa. Gelsenrot in der 31. KW ausgeführt. 1984 standen die Renovierung des Buffetraumes und Anbringen der Holzverkleidung in der Halle an. Und in diesem Jahr ließ man sich zum AH Fest etwas Neues einfallen: Den 1. Kartoffelschälwettbewerb zwischen unserem Geschäftsführer Ernst Krombach und 5 Frauen mit anschließendem "Grumbeerpannkucheessen". Die Renovierung der Duschräume erfolgte 1985 nach Eingang des Zuschusses der Stadt Homburg. Im gleichen Jahr begannen die Arbeiten zum Anschluss an das öffentliche Abwassernetz. 1987 wurde die Heizungsanlage generalüberholt und 1988 ein zusätzlicher Warmwasserboiler angeschafft. Im Außenbereich baute der Verein eine Boulebahn und die Sportanlage wird mit neuen Tischen und Stühlen, dank der Holzspende von Hussong Walter, verschönert.

Nun klafft in der geschichtlichen Darstellung leider eine Lücke. Von den Jahren 1989 bis 2002 fehlen leider die Protokolle und Aufzeichnungen. Aus diesem Grund kann hier nur eine Kurzauflistung der stattgefundenen Renovierungen ohne nähere Datumsangaben wiedergegeben werden: Sanierung der Flutlichtanlage- neue Erdkabel, Fluter und Schaltkästen. Toilettenanlage im Eingangsbereich wird erneuert. Stromverteileranlage wird erneuert und erweitert. Neue Dacheindeckung über dem Sportheim wird durchgeführt. Küchenumbau mit Kühlhaus und Erneuerung der Buffetanlage".

2002 war wieder die Heizungsanlage an der Reihe. Es wurden ein neuer Brenner und eine Öl-Vorwärmeeinrichtung installiert. Vom 26. auf den 27. Dezember 2004 wurde das Sportheim durch Einbruch mit Brandstiftung schwer beschädigt. Die Gaststätte musste von der Decke bis zum Boden komplett renoviert werden und im Saal waren durch den Ruß vielfältige Reinigungsarbeiten nötig. Zum Glück übernahm die Versicherung nahezu alle Kosten, sodass der Verein "nur die Arbeit" hatte. 2005 beauftragte man einen Sicherheitsdienst der das Gelände für ein Jahr nachts zu überwachte. Zudem wurde eine Alarmanlage installiert. Im Jahr 2006 hat der Verein das marode Vordach erneuert sowie eine Be- und Entlüftung in der Gaststätte installieren lassen. 2008 wurden die Toilettenanlagen im Mehrzweckraum komplett erneuert und sogar rollstuhlgerecht ausgebaut. Dank vieler Eigenleistungen, insbesondere von unseren Mitgliedern Bunk Hartmut und Kratz Wolfgang als Fachleute, und Zuschüssen vom Stadtverband für Sport Homburg und der Sportplanungskommission Saarbrücken hielt sich der finanzielle Aufwand für den Verein in Grenzen. Um Heizungskosten zu sparen hat sich der Verein im Herbst 2009 einen Holzofen angeschafft. Damit war und ist er wahrscheinlich der 1. Fußballverein mit einem gemütlichen Ofenzimmer. Die größte finanzielle Kraftanstrengung hat der TuS Lappentascherhof aber mit dem Bau eines Rasenplatzes geleistet. Nach Zusagen von Zuschüssen wiederum vom Stadtverband für Sport Homburg und der Sportplanungskommission Saarbrücken sowie erfolgter Kreditaufnahme konnte der Wunsch umgesetzt werden und der Rasenplatz wurde vom 01.08.2009- 31.10.2009 von der Fa. Becker gebaut. Damit die Bewässerungskosten den TuS zukünftig nicht auffressen, wurde beschlossen, zusätzlich einen Brunnen bohren zu lassen, der ebenfalls in dieser Zeit fertig gestellt wurde und eine beträchtliche Förderkapazität hat. Die Investitionskosten für den Rasenplatz betrugen 175.000 € und für den Brunnenbau 21.000 €. Die endgültige Fertigstellung der Rasensportanlage war dann im Jahr 2010, da noch etliche Zusatzarbeiten rund um den Rasenplatz anfielen.

Im Januar 2012 wurde zum 1. Mal in der Vereinsgeschichte ein Mitglied mit dem Ehrenamtspreis des Jahres 2011 des Stadtverbandes für Sport Homburg ausgezeichnet. Durch seine Mitgliedschaft seit 1957, seine langjährige Tätigkeit als Mannschaftsbetreuer und insbesondere durch seinen seit 1998 ehrenamtlichen ganztägigen Einsatz für die Pflege der Sportanlage hatte unser Ehrenmitglied Fess Walter diesen Preis redlich verdient.

Nun sollte man meinen, dass der Verein mal Ruhe hat, was Investitionen anbelangt, doch weit gefehlt! Der Schornsteinfeger fand unsere Heizung sei veraltet. Nach Antragstellung für Zuschüsse an die bekannten Stellen hat sich wiederum unser Mitglied Kratz Wolfgang bereit erklärt, die Arbeiten ehrenamtlich zu übernehmen. Und im Januar 2012 war es dann soweit. Die neue Heizung wurde installiert und damit sich die Kosten für das Brauchwasser in Grenzen halten, wurden im Mai zusätzlich Sonnenkollektoren auf das Dach gehievt.

Im Juli 2012

 

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